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Hinweise zur Überprüfung nach dem Heilpraktikergesetz

Hinweise zur Überprüfung nach dem Heilpraktikergesetz

Das Verfahren zur Erteilung einer Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz regelt sich nach der „Richtlinie zur Durchführung des Verfahrens zur Erteilung einer Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz" vom 01.03.2007.

In Niedersachsen ist das Gesundheitsamt bzw. Ordnungsamt des Landkreises/der Stadt (Wohnortprinzip) für die Erteilung der Heilpraktikererlaubnis und somit für die Annahme der Anträge auf Zulassung zur Überprüfung nach dem Heilpraktikergesetz zuständig. In der Regel ist für die Erlaubniserteilung eine Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten erforderlich. Sofern das Gesundheitsamt die Prüfungen nicht selbst durchführt, werden die Kandidatinnen oder Kandidaten der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses gemeldet.

Die Geschäftsstellen der Gutachterausschüsse für „Heilpraktiker" und „Heilpraktiker -beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie", sind seit dem 01.01.2005 dem Landesamt für Soziales, Jugend und Familie -Außenstelle Lüneburg zugeordnet. Beginnend mit dem Oktober-Termin 2010 wird diese auch um den „Heilpraktiker -beschränkt auf das Gebiet der Physiotherapie „ erweitert. Die Zuständigkeit beschränkt sich dabei auf die Organisation und die Durchführung der Überprüfungen.

Aus diesen Zuständigkeiten ergibt sich ein einheitlicher Verfahrensablauf. Er gilt für die oben genannten Antragsverfahren gleichermaßen:

Die Annahme des formlosen Antrages erfolgt bei der zuständigen unteren Verwaltungsbehörde (Gesundheits- oder Ordnungsamt des Landkreises bzw. der Stadt). Dort erhalten Sie auch Auskunft über Art und Umfang der vorzulegenden Unterlagen und zur Höhe der evtl. anfallenden Kosten und Gebühren.

Dem formlosen Antrag sind die folgenden Unterlagen bitte beizufügen:

Ein kurzgefasster Lebenslauf,

eine Geburtsurkunde oder ein Auszug aus dem Familienbuch der Eltern, bei Verheirateten auch die Heiratsurkunde oder ein Auszug aus dem für die Ehe geführten Stammbuch,

ein Nachweis über die Staatsangehörigkeit (Personalausweis oder Reisepass, in Zweifelsfällen: Staatsangehörigkeitszeugnis),

ein amtliches Führungszeugnis,

eine Erklärung darüber, ob gegen den/die Antragsteller/in ein gerichtliches oder ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren anhängig ist,

eine ärztliche Bescheinigung, wonach keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass dem/der Antragsteller/in wegen eines körperlichen Leidens oder wegen Schwäche der geistigen oder körperlichen Kräfte oder wegen einer Sucht, die für die Ausübung eines Berufes als Heilpraktiker/in erforderliche Eignung fehlt,

eine Erklärung darüber, ob und gegebenenfalls bei welcher Behörde schon einmal eine Erlaubnis beantragt wurde und

ein Nachweis darüber, dass der/die Antragsteller/in mindestens die Hauptschule abgeschlossen hat.

Die Verwaltungsbehörden, die eine Überprüfung nicht selbst durchführen, melden die Kandidaten bei der Geschäftstelle des Gutachterausschusses beim Landesamt für Soziales, Jugend und Familie -Außenstelle Lüneburg- an.
(Hinweis: Eine Anmeldung direkt durch den Kandidaten ist nicht zulässig!)

Zuständigkeit für die Antragstellung/Erteilung der Erlaubnis: Ordnungs-/Gesundheitsamt des Landkreises/der Stadt (Wohnortprinzip) in Niedersachsen

Zuständigkeit für die Überprüfung der Kenntnisse: Landesamt für Soziales, Jugend und Familie -Außenstelle Lüneburg

Informationen zur Prüfung:

Die folgenden Informationen gelten für die oben genannten Prüfungen gleichermaßen:

Die schriftlichen Prüfungen finden zweimal jährlich statt, jeweils am 3. Mittwoch im März und am 2. Mittwoch im Oktober eines Jahres (unbegrenzte Teilnehmerzahl).

Die Anmeldefristen erfragen Sie bitte bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt.

Die Prüfungen unterteilen sich in eine schriftliche und eine mündliche Überprüfung.

Der Prüfungsort für alle schriftlichen Überprüfungen ist Hannover.
In Ausnahmefällen kann sich der Prüfungsort ändern.

Der Prüfungsort für alle mündlichen Überprüfungen ist unterschiedlich:

Allgemeiner Heilpraktiker - Hannover

Heilpraktiker - beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie- - Hannover, Braunschweig, Lüneburg (möglichst wohnortnah)

Heilpraktiker - beschränkt auf das Gebiet der Physiotherapie- - Hannover

Die Überprüfung dient der Abwehr von Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung. Dabei ist festzustellen, ob der Stand der Kenntnisse und Fähigkeiten der Antragstellerin oder des Antragstellers keine Anhaltspunkte dafür bietet, dass eine heilkundliche Tätigkeit durch sie oder ihn zu Schäden an der menschlichen Gesundheit führen.

Kenntnisse und Fähigkeiten:

Bei der Prüfung zum „allgemeinen Heilpraktiker" werden folgende Sachgebiete abgefragt:

Berufs- u. Gesetzeskunde einschließlich rechtlicher Grenzen der Ausübung der Heilkunde ohne Approbation als Ärztin

Grenzen u. Gefahren diagnostischer u. therapeutischer Methoden des Heilpraktikers

Grundkenntnisse der Anatomie, pathologischen Anatomie, Physiologie u. Pathophysiologie

Grundkenntnisse in der allgemeinen Krankheitslehre, Erkennung u. Unterscheidung von Volkskrankheiten, insbesondere der Stoffwechselkrankheiten, der Herz-Kreislaufkrankheiten, der degenerativen Erkrankungen, der übertragbaren Krankheiten, der bösartigen Neubildungen sowie ernster seelischer Erkrankungen,

Erkennung u. Erstversorgung akuter Notfälle und lebensbedrohender Zustände,

Praxishygiene, Desinfektion u. Sterilisation u.

Deutung grundlegender Laborwerte

Technik der Anamneseerhebung; Methoden der unmittelbaren Krankenuntersuchung (Inspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation, Reflexprüfung, Puls- u. Blutdruckmessung) und

Injektions- u. Punktionstechniken

Bei der Prüfung zum „Heilpraktiker- beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie" werden folgende Sachgebiete abgefragt:

Berufs- und Gesetzeskunde einschließlich rechtliche Grenzen der Ausübung der Heilkunde beschränkt auf Psychotherapie ohne Approbation als Psychotherapeut(in),

Grenzen und Gefahren diagnostischer und therapeutischer Methoden bei der Ausübung einer Tätigkeit als Heilpraktiker(in) beschränkt auf Psychotherapie,

Kenntnisse über die Abgrenzung psychischer von somatischen Störungen, insbesondere von Volkskrankheiten, Stoffwechselerkrankungen, Systemerkrankungen und degenerativen Erkrankungen,

Erkennung akuter Notfälle und lebensbedrohliche Zustände,

Kenntnisse von Symptomen und Erscheinungsbildern derartiger psychischer Störungen, die Gefahren für Patienten(innen) und dritte Personen darstellen, so dass deren Behandlung ausschließlich durch Psychotherapeuten(innen) mit Approbation angezeigt ist,

ausreichende diagnostische Fähigkeiten in Bezug auf das seelische Krankheitsbild,

Kenntnisse in psychologischer Diagnostik, in Psychopathologie und klinischer Psychologie,

Grundkenntnisse der entwicklungs-, sozial-, persönlichkeits- und neuropsychologischen Grundlagen der Psychotherapie,

Grundkenntnisse der Konzepte über die Entstehung, Aufrechterhaltung und den Verlauf psychischer und psychisch mitbedingter Erkrankungen verschiedener Altersgruppen,

Grundkenntnisse der psychosomatischen und der psychiatrischen Krankheitslehre,

medizinische und pharmakologische Grundkenntnisse im Bereich der Psychotherapie,

die Fähigkeit, die Patienten entsprechend ihrer Diagnose zu behandeln,

Ausschluss von Gefahren bei Äthologie, Indikation und Therapieplanung, Dokumentation, Evaluation, Kooperation mit den anderen Berufsgruppen des Gesundheitswesens.

Bei der Prüfung zum „Heilpraktiker- beschränkt auf das Gebiet der Physiotherapie" wird auf die folgende Fragestellung abgestellt:

Ausreichende Kenntnisse über die Abgrenzung der heilkundlichen Tätigkeit als Physiotherapeut gegenüber der den Ärzten und den allgemein als Heilpraktiker tätigen Personen vorbehaltenen heilkundlichen Behandlungen,

ausreichende diagnostische Fähigkeiten in Bezug auf die einschlägigen Krankheitsbilder,

Kenntnisse in Berufs- und Gesetzeskunde einschließlich der rechtlichen Grenzen der nichtärztlichen Ausübung der Heilkunde.

Im Vergleich zum „allgemeinen Heilpraktiker" und zum „Heilpraktiker - beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie" ist dieses Überprüfungsverfahren aktuell nicht in der Heilpraktikerrichtlinie ( RdErl. vom 01.03.2007) verankert, die Prüfungsformalitäten werden aber analog der oben genannten Prüfungen angewendet.


Bei einem Patienten wird eine Akupunktur durchgeführt

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Lösungsschlüssel der Heilpraktiker - Prüfung vom 19.03.2014

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