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Dokumentation zur Fachtagung

Zusammenarbeit der Professionen im familiengerichtlichen Verfahren

Familiengericht und Jugendamt - Kooperation ohne Autoritätsverlust -
Gelungener Auftakt einer neuen Fortbildungsreihe


Das Gesetz zur Erleichterung familiengerichtlicher Maßnahmen (KiWoMaG), bereits seit Juli 2008 in Kraft, und das Gesetz zur Reform des Verfahrens in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG), das erst zum 1. September 2009 in Kraft treten wird, waren Anlass für eine neue Veranstaltungsreihe. Im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit und des Justizministerium organisierte das Landesamt für Soziales im Januar 2009 den ersten Teil dieser Reihe.

In Oldenburg, Lüneburg, Braunschweig und Hannover stellten Fachleute aus Jugendämtern und Familiengerichten ihre Aufgaben vor. Ein Vertreter aus dem Bundesjustizministerium berichtete über Inhalt und Hintergründe gesetzlicher Veränderungen, die mit dem FamFG verbunden sein werden. Ein Vertreter des DiJuf beleuchtete die Chancen, aber auch die notwendigen Veränderungen durch das neue Recht, die sowohl die öffentlichen Jugendhilfeträger als auch die Familienrichter fordert, stärker als bisher zusammenzuwirken, um im Interesse des Kindes schnell handeln und entscheiden zu können.

Ziel ist das Bestreben des Gesetzgebers, dem Schutz der Kinder und Jugendlichen noch mehr als bisher Rechnung zu tragen. Gleichzeitig sollen die Verantwortung der Eltern gestärkt und individuelle, auch interkulturelle Lösungen gefunden werden.
Kern des neuen FamFG für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe ist ein Beschleunigungsgebot. Das Gesetz gibt konkrete Handlungsschritte vor, mit denen das Familiengericht Kindschaftssachen sehr frühzeitig und vorrangig behandeln soll. Schon in einer Phase, in der ein Sachverhalt noch nicht entscheidungsreif ist, soll das Familiengericht klärend und unterstützend eingreifen Die Eltern sollen früh angehört, das Kind befragt und andere Institutionen wie das Jugendamt in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.
Die anwesenden Teilnehmer aus Familiengericht und Jugendamt machten deutlich, mit welcher Ernsthaftigkeit schon jetzt daran gearbeitet wird, eine Kindeswohlgefährdung im konkreten Einzelfall zu definieren, mögliche Ursachen zu erkennen und die richtigen Maßnahmen einzuleiten.

Eskalationen in den von Trennung, Scheidung oder anderen Problemen geschwächten Familien sollten möglichst vermieden und dabei in erster Linie die Kinder geschützt werden. In den Diskussionen wurde aber auch deutlich, dass Information und Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Professionen noch erheblich verbessert werden kann.
Vorbehalte und Missverständnisse müssen ausgeräumt werden. Der Vertreter des Bundesjustizministeriums erklärte den ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers, nicht die Kriterien für eine Kindeswohlgefährdung zu verändern, sondern die Kompetenzen aller Beteiligten müssten noch besser genutzt, die Autorität der anderen Professionen anerkannt und nur durch Kooperation könne erreicht werden, dass den Erziehungsberechtigten und den Kindern noch besser und vor allem rechtzeitig geholfen wird.

Die Veranstaltungsreihe wird mit dem Modul 2 »Kindeswohlgefährdung und Abwehrmaßnahmen« und dem Modul 3 »Vernetztes Arbeiten im familiengerichtlichen Verfahren« im Frühjahr bzw. Spätsommer 2009 fortgesetzt.
Susanne Walka 2 JH 1

Nachfolgend finden Sie die Dokumentationen zum Modul 1 in den Veranstaltungsorten Oldenburg, Lüneburg, Braunschweig und Hannover.

Verantwortlich im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie:
Dr. Dirk Härdrich, Telefon: 0511/ 106-7866

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