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Fördermaßnahmen für Familien, ehrenamtliche Tätigkeit und sonstige soziale Bereiche

Soziale Förderung

Die soziale Förderung zielt auf eine Verbesserung der sozialen Chancengleichheit ab und zwar durch Gewährung von Entfaltungshilfen bei sehr unterschiedlichen Bedarfslagen. In den zu ihr gehörenden Sozialleistungsbereichen (z.B.: Ausbildungsförderung, Kindergeld, Erziehungsgeld, Unterhaltsvorschuss, Kinder- und Jugendhilfe) erfolgt die Finanzierung aus dem Steueraufkommen des Staates. Ergänzend zu den gesetzlichen Leistungen gewährt das Land Niederachsen in verschiedenen Bereichen auch Zuwendungen zur Erfüllung bestimmter Zwecke.

Bei der Gewährung von Zuwendungen ist regelmäßig zu beachten, dass vom Antragsteller zunächst die gesetzlichen Leistungen vollständig ausgeschöpft sein müssen, bevor eine Förderung in Betracht kommt. Nach § 44 i.V.m. § 23 der niedersächsischen Landeshaushaltsordnung (LHO) darf eine Zuwendung nur dann gewährt werden, wenn das Land Niedersachsen ein erhebliches Interesse an der Durchführung der Maßnahme hat.Von einem erheblichen Landesinteresse kann nicht ausgegangen werden, wenn das Vorhaben nur wünschenswert oder nützlich erscheint oder sich wesentlich auf örtliche Bedeutung beschränkt. Von einem besonderen Landesinteresse wird vielmehr dann ausgegangen, wenn Umstände vorliegen, welche die Förderung eines konkreten Vorhabens, gemessen an der staatlichen Aufgabenstellung und Zielsetzung besonsers vorteilhaft erscheinen lassen, verbunden mit der Erwartung eines möglichst großen Effekts bei möglichst geringem Mitteleinsatz. Ein erhebliches Landesinteresse fehlt in jedem Fall immer dann, wenn dem Antragsteller zugemutet werden kann, die Maßnahme mit eigenen Mitteln oder mit zu erlangenden Drittmitteln durchzuführen oder wenn das Vorhaben vorrangig im Eigeninteresse des Antragstellers liegt. Eine Förderung ist nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel möglich.

Förderung von Maßnahmen für Familien

Die Anforderungen an Familien sind durch tief greifende Veränderungsprozesse enorm gestiegen: Kinder erziehen und für deren gesunde Entwicklung Sorge tragen, Beruf und Familie miteinander vereinbaren, eigenverantwortlich haushalten, Partnerschaft leben, Angehörige pflegen und betreuen. Dies alles muss gelernt werden, denn Eltern- und Familienkompetenz sind nicht angeboren. Familienbildung heißt, Familien informieren, beraten, unterstützen, bilden und fördern, damit sie in die Lage versetzt werden, ihre für die Gesellschaft unersetzbare Basisarbeit kompetent zu bewältigen. Die Vielfältigkeit der Familienaufgaben macht Familienbildung zu einer gesellschaftlichen Querschnittsaufgabe.

Zur Unterstützung dessen gewährt das Land Niedersachsen nach Maßgabe einer Förderrichtlinie Zuwendungen für Familienfreizeiten, in denen Ehe-, Familien- und Erziehungsfragen sowie Fragen der gesundheitlichen Vorsorge behandelt werden. Gefördert werden insofern Familienfreizeiten mit bis zu sieben Übernachtungen, wobei die Zuwendungen zur individuellen Ermäßigung der Teilnehmerbeiträge zu verwenden sind. Zuwendungsempfänger sind die der Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände in Niedersachsen sowie der LAG der Freien Wohlfahrtspflege angehörenden Verbände.

Auch Urlaub haben gerade Eltern mit ihren Kindern nötig. Tatsächlich fällt es insbesondere jungen Mehr-Kinder-Familien und Ein-Eltern-Familien mit häufig niedrigem Familieneinkommen, aber auch Familien mit einem behinderten Familienmitglied oft finanziell schwer, einen gemeinsamen Urlaub mit der ganzen Familien zu realisieren. Für das Land Niedersachsen ist die besondere Förderung der Familienerholung ein Gebot sozialer Gerechtigkeit und zugleich eine Maßnahme gezielter Familienförderung. Unterstützt werden Familien mit relativ geringem Einkommen bei der Finanzierung gemeinsamer Ferien in Familienferienstätten gemeinnütziger Träger, in für Familienferien eingerichteten Jugendherbergen oder in vom Träger verantwortlich ausgesuchten familiengerechten Einrichtungen sowie auf geeigneten Bauernhöfen und Campingplätzen in der Bundesrepublik Deutschland.

Zuwendungsempfänger sind die der Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände in Niedersachsen sowie der LAG der Freien Wohlfahrtspflege angehörenden Verbände nach Maßgabe der Richtlinie über die Förderung von Familienerholungsmaßnahmen. Das gesamte Antragsverfahren für interessierte Familien wird von den örtlichen Verbänden dieser Organisationen abgewickelt, so dass es sich anbietet, dort den direkten Kontakt zu suchen.

Der Zuschuss des Landes für Familienferien ist generell einkommensabhängig, dass heißt, das Familieneinkommen darf eine von der Größe der Familie abhängige Einkommensgrenze nicht überschreiten.

Weitere Informationen zu beiden Förderbereichen über die Zuschussgewährung entnehmen Sie bitte der jeweiligen Richtlinie. Anfragen und Anträge werden vom Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Team 3SL2, Domhof 1, 31134 Hildesheim, an die Träger weitergeleitet. Sie können sich aber auch an die entsprechenden Ortsverbände der oben (und in der Richtlinie) bezeichneten Zuwendungsempfänger wenden.

Informationen zu weiteren Fördermaßnahmen aus dem Bereich Familienförderung, finden Sie auch unter Jugend und Familie.

Seniorenservicebüros

Das Land gewährt nach Maßgabe der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Seniorenservicebüros Zuwendungen für Seniorenservicebüros, um im Zusammenhang mit dem demographischen Wandel dem erhöhten Beratungs- und Unterstützungsbedarf älterer Menschen in den verschiedenen Lebensbereichen zu entsprechen. Dazu ist es notwendig, älteren Menschen einen leichteren und übersichtlichen Zugang zu Serviceangeboten zu ermöglichen und das Hilfsangebot vor Ort besser zu koordinieren und transparenter zu gestalten.

Gefördert werden Maßnahmen zur Einrichtung und zum Betrieb von Seniorenservicebüros, deren Aufgabe es ist, durch die Vernetzung von Angeboten und Bereitstellung von Informationen die Potentiale älterer Menschen zu stärken und zu nutzen, ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität zu bewahren und zu fördern. Weitere Hinweise dazu finden sich im "Rahmenpapier zum Landesprogramm "Leben und Wohnen im Alter - Förderung von Seniorenservicebüros, Freiwilliges Jahr für Senioren, Seniorenbegleitung und Wohnberatung im Alter"" in der jeweils geltenden Fassung.

Zuwendungsempfänger können gemeinnützige rechtsfähige Personenvereinigungen des privaten Rechts und Körperschaften des öffentlichen Rechts sein. Gefördert werden Personal- und Sachausgaben bis zur Höhe von 40.000 Euro jährlich für längstens 4 Jahre.

Für das Bewilligungsverfahren zuständig ist das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Team 3SL1, Domhof 1, 31134 Hildesheim .

Freiwilligenagenturen und ehrenamtliche Tätigkeit

Nachdem die vereinten Nationen das Jahr 2001 zum Internationalen Jahr der Freiwilligen ausgerufen haben, verpflichteten sich 123 Nationen in einer gemeinsamen Erklärung, das freiwillige Engagement in ihren Ländern zu fördern.

Was freiwillig Engagierte in Vereinen, Verbänden und Projekten in ihrer Freizeit für die Gemeinschaft leisten, ist wenig sichtbar und wird oft als selbstverständlich hingenommen. Auch in Niedersachsen ist ein Drittel der Bevölkerung ehrenamtlich tätig, bürgerschaftlich engagiert oder in der Selbsthilfe aktiv. Zu diesen rund zwei Millionen Menschen kommen weitere 2,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger, die Interesse an einem freiwilligen Engagement haben.

Dieses Engagement ist für unser Land von großer Bedeutung, denn es sichert den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft und schafft demokratische Beteiligungsmöglichkeiten. Menschen, die die Gestaltung ihres Lebensumfeldes in die eigenen Hände nehmen, stellen fest: Freiwilliger Einsatz macht Spaß, schafft Kontakte und steigert die Lebensqualität.

Den traditionellen Formen des freiwilligen Engagements in Sport, Feuerwehr und Wohlfahrtspflege kommt angesichts der gewachsenen niedersächsischen Vereins- und Verbandsstrukturen auch künftig ein hoher Stellenwert zu, und die Landesregierung will die Arbeit dieser Organisationen auch weiterhin unterstützen. So erfolgen Fördermaßnahmen des Landes u. a. im Rahmen der "Förderung der ehrenamtlichen Tätigkeit und Bürgergesellschaft".

Darüber hinaus gewährt das Land Niedersachsen beispielsweise nach Maßgabe der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Freiwilligenagenturen freiwillige Leistungen, um die Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement in Niedersachsen zu verbessern und in diesem Zusammenhang neben den traditionellen Engagementformen in gewachsenen Vereins- und Verbandsstrukturen die Entfaltung neuen, projektbezogenen Engagements verstärkt zu fördern. Gefördert werden Einrichtung und Betrieb der Freiwilligenagenturen, -börsen und -zentren oder Einrichtungen mit vergleichbarer Zielsetzung.

Mögliche Zuwendungsempfänger sind Freiwilligenagenturen, -börsen und -zentren oder Einrichtungen mit vergleichbarer Zielsetzung, die in Form einer juristischen Person geführt werden, oder juristische Personen, die Träger einer Freiwilligenagentur sind.

Anträge auf Landeszuwendung nach der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Freiwilligenagenturen sind beim Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Team 3SL2, Domhof 1, 31134 Hildesheim, einzureichen.

Auch Kommunen und Selbsthilfegruppen bieten diverse Angebote zum bürgerschaftlichen Engagement. Das besondere Landesinteresse bei dieser Förderung, liegt darin, dass auch Angebote über die örtliche Ebene hinaus geschaffen werden sollen. Das Land will mithin die kompetente Arbeit der Kommunen und Wohlfahrtsverbände unterstützen und gewährt daher Förderungen in den erwähnten Bereichen.

Fördermaßnahmen des Landes erfolgen auch nach der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für die allgemeine Förderung wohlfahrtspflegerischer Aufgaben und für außergewöhnliche Maßnahmen im sozialen Bereich. Gegenstand der Förderung sind insofern Maßnahmen der Selbstorganisation, der Selbsthilfe, der Nachbarschaftshilfe, der Vernetzung, der Prävention, zur Förderung ehrenamtlicher Tätigkeit sowie zur Förderung von Selbsthilfegruppen und Vereinigungen von Sozialhilfeempfängerinnen und Sozialhilfeempfängern.

Anträge auf Landeszuwendung sind beim Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Außenstelle Osnabrück, Team 3SL1, Iburger Straße 30, 49082 Osnabrück, einzureichen.

Sonstige soziale Förderbereiche

Nach der zuletzt genannten Richtlinie gewährt das Land Niedersachsen noch weitere Zuwendungen in sonstigen sozialen Bereichen.

Gegenstand der Förderung sind hierbei beispielsweise Maßnahmen der Gesundheitsvor- und -fürsorge, insbesondere der Gesundheitsbildung, der Sexualaufklärung, für Suchtgefährdete und Suchtkranke sowie im Rahmen der Aufgaben der überregional wirkenden AIDS-Stiftung, Maßnahmen zum Abbau der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen und zur Förderung von Integration, von Emanzipation und von Partizipation von lesbischen Frauen und von schwulen Männern sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Situation auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere zur Eingliederung arbeitsloser junger Menschen in das Erwerbsleben und zur sozialen Betreuung arbeitsloser und anderer am Arbeitsmarkt individuell und sozial benachteiligter junger Menschen, Eingliederung und soziale Betreuung von arbeitslosen Frauen und Berufsrückkehrerinnen bzw. -rückkehrern.

Zuständige Bewilligungsbehörde ist das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Außenstelle Osnabrück, Team 3SL1, Iburger Straße 30, 49082 Osnabrück.

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