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Behördenbetreuerin/Behördenbetreuer

Betreuer und Betreuerinnen werden vom Betreuungsgericht bestellt.

In Frage kommen zunächst dem Betroffenen nahestehenden Personen (in erster Linie Familienmitglieder) aber auch Mitglieder eines Betreuungsvereins, Mitarbeiter der Betreuungsbehörden, andere ehrenamtliche Betreuer oder auch sogenannte Berufsbetreuer. Auch ein Betreuungsverein oder die Betreuungsbehörde an sich können als Betreuer eingesetzt werden. Die meisten Berufsbetreuer haben eine sozialarbeiterische oder juristische Ausbildung; allerdings werden gesetzlich keine bestimmten Anforderungen gestellt; Berufsbetreuer erhalten für ihre Tätigkeit vom Betreuungsgericht eine Vergütung, die seit der Gesetzesreform am 1. Juli 2005 pauschal gewährt wird. Bei der Auswahl des Betreuers soll auf die Wünsche des Betroffenen starke Rücksicht genommen werden. Es ist also möglich, einen Betreuer vorzuschlagen oder auch mitzuteilen, wenn eine bestimmte Person nicht Betreuer werden soll.

In dem Beschluss zur Einrichtung der Betreuung muss genau bestimmt werden, welchen Aufgabenkreis der Betreuer hat (§ 1896 Abs. 2 S. 1 BGB, § 286 Abs. 1 Ziffer 1 FamFG). Das können einzelne Angelegenheiten oder auch größere Bereiche sein.

Bei den Behördenbetreuern der hiesigen Landesbetreuungsstelle handelt es sich um Bedienstete des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie (LS). Grundsätzlich gelten bei der Ausübung der Tätigkeit für diese Behördenbetreuer in etwa die gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen wie für die übrigen Betreuer, die ihre Tätigkeit als ehrenamtliche, Vereins- oder Berufsbetreuer ausüben.

Die Betreuerin oder der Betreuer übernimmt die rechtliche Vertretung für die hilfsbedürftige Person in denjenigen Aufgabenkreisen, die im gerichtlichen Verfahren festgelegt werden. Das können zum Beispiel sein: Vermögenssorge (Kontoverwaltung, Zahlungsverkehr), Gesundheitssorge (Arztgespräche, Einwilligung in medizinische Maßnahmen), Aufenthaltsbestimmung (Heim- oder Krankenhauseinweisung), Behördenangelegenheiten (Antragstellungen). Der Begriff "rechtliche Betreuung" bedeutet, dass die Betreuerin oder der Betreuer selbst keine tatsächliche Hilfe leistet, sondern dafür zuständig ist, diese zu organisieren.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die rechtlichen Betreuungen übernehmen,
  • sind persönliche Ansprechpartner/innen der Betroffenen,
  • sorgen für ein menschenwürdiges Lebensumfeld,
  • organisieren weitere Hilfen

... und vieles mehr.

Unsere drei Betreuungsteams mit insgesamt etwa 25 Betreuern/-innen sind in der Hauptstelle in Hildesheim und in den Außenstellen in Braunschweig, Hannover, Osnabrück, Oldenburg und Verden vertreten.

Räumlich werden die Betreueraufgaben in den Bereichen der Amtsgerichte Braunschweig, Helmstedt, Burgdorf, Burgwedel, Celle, Hannover, Lehrte, Neustadt Rbg., Springe, Stolzenau, Wennigsen/Deister, Alfeld, Elze und Hildesheim (Team Hildesheim/ Braunschweig/Hannover) sowie der Amtsgerichte Bad Iburg, Bersenbrück und Osnabrück (Team Osnabrück) und der Amtsgerichte Brake, Delmenhorst, Nordenham, Oldenburg, Westerstede, Wildeshausen, Achim, Rotenburg/Wümme und Verden (Team Oldenburg/Verden) von unseren Mitarbeitern wahrgenommen.

Die fachliche Koordination der Betreuung obliegt Herrn Olberding in Osnabrück (Tel. 0541/5845-290). Die Teamleitungen befinden sich in Hildesheim (Herr Schünemann - Tel. 05121/ 304-713), in Osnabrück (Herr Loeck - Tel. 0541/5845-436) und in Oldenburg (Frau Kolbe-Michaelsen - Tel. 0441/2229-7416).

Unsere Betreuer werden durch interne Qualifizierungsmaßnahmen ausgebildet, in den Teams angeleitet und durch Teilnahme an externen und internen Fortbildungs- und Qualifizierungsangeboten fortgebildet und auf dem laufenden Stand des Betreuungsrechts gehalten. Seit der gesetzlichen Festschreibung dieser Aufgabe befindet sich der Arbeitsbereich der Betreuung in einer Erprobungsphase, die mit der Durchführung einer Evaluation ab März 2016 enden wird. Hier wird sich unter anderem nach Berechnungen der Wirtschaftlichkeit und anderen Parametern zeigen, welche Ergebnisse mit der Arbeit erzielt wurden. Bis dahin wird für das Arbeitvolumen eine Fallzahl von 40 Betreuungsfällen pro Vollzeitstelle zugrunde gelegt.

Das hiesige Landesamt ist sodann in dem zuständigen Fachausschuss der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe (BAGüS) für Betreuungsangelegenheiten vertreten, um auf dem Stand der neuesten Entwicklungen im gesamten Betreuungsbereich zu bleiben und diese nach Möglichkeit auch mitzugestalten.
Betreuerin kümmert sich um eine ältere Dame
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