Integrative Betreuung von Kindern mit Behinderung in Krippen | Nds. Landesamt für Soziales, Jugend und Familie
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Integrative Betreuung von Kindern mit Behinderung in Krippen

Inhalte und Eckpunkte

Kinder mit Behinderung, die das 3. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, werden zusammen mit Kindern ohne Behinderung integrativ in Kinderkrippen und kleinen Kindertagesstätten betreut. Die Kinder erhalten in der Krippe neben den üblichen Leistungen der Krippe Leistungen der Eingliederungshilfe insbesondere in Form heilpädagogischer Leistungen für Kinder gemäß §§ 53, 54 Sozialgesetzbuch - 12. Buch (SGB XII) in Verbindung mit § 55 Abs. 2 Nr. 2 Sozialgesetzbuch - 9. Buch (SGB IX).

Der überörtliche Träger der Sozialhilfe ist zuständig, wenn bei einem Kind mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung ein Bedarf an individueller Förderung durch Leistungen der Eingliederungshilfe von zehn Stunden pro Woche und einer Betreuungszeit von mindestens fünf Zeitstunden pro Tag an fünf Werktagen in der Woche besteht.

In diesem Fall zahlt er je nach Zahl der betreuten Kinder mit Behinderung an die Krippe eine Pauschale von

Anzahl der Kinder mit Behinderung in der Gruppe in Zuständigkeit des überörtlichen Trägers der Sozialhilfe

Gesamtvergütung 2017 pro Kind und Monat

1 Kind

1.448,34 Euro

2 Kinder

1.670,51 Euro

3 Kinder

1.565,27 Euro





Die Gesamtvergütung umfasst auch alle behinderungsbedingt anfallenden zusätzlichen Sachkosten einschließlich der Kosten, die durch einen behinderungsbedingt erforderlichen Transport des Kindes zum Kindergarten und besondere Betreuungsmittel sowie eventueller Leistungen Dritter entstehen.

Die Details der maßgeblichen Regelungen können Sie dem Rundschreiben 2/2012 des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie vom 12.06.2012 entnehmen.

Informationen insbesondere für Eltern und andere personensorgeberechtigten Personen

Anträge für Kinder mit Behinderung, die integrativ in einer Kinderkrippe betreut werden sollen, stellen Sie bitte beim Sozialamt des Landkreises bzw. der kreisfreien Stadt, in deren Bezirk das Kind wohnt, und nicht beim Landessozialamt.

Die Adressen der Landkreise und kreisfreien Städte erfahren Sie über deren Internetauftritte unter
http://www.niedersachsen.de/master/C8655614_N1701814_L20_D0_I198.html


Für Kinder, die in den Städten Celle, Göttingen, Hildesheim, Lingen/Ems, der Landeshauptstadt Hannover oder der Hansestadt Lüneburg wohnen, stellen Sie die Anträge bitte bei den Sozialämtern dieser Städte, deren Adressen Sie über die vorstehend hinterlegten Links finden.

Sie zahlen im selben Umfang und nach den gleichen Regelungen wie die Eltern nicht behinderter Kinder Elternbeiträge und Verpflegungskosten (Normalisierungsprinzip). Über die hierfür maßgeblichen Regelungen bzw. über Ansprechpartner zu diesen Regelungen wird Sie die Krippe informieren können.

Das Sozialamt des Landkreises oder der kreisfreien Stadt, in deren Bezirk das Kind wohnt, kann auch Auskunft zu eventuellen Regelungen geben, die anzuwenden sind, wenn der Bedarf des Kindes an Leistungen der Eingliederungshilfe nicht den Umfang von zehn Stunden pro Woche und einer Betreuungszeit von mindestens fünf Zeitstunden pro Tag an fünf Werktagen in der Woche erreicht.

Gesamtplan / Zielplanung

Die zuständige Stadt bzw. der zuständige Landkreis vereinbart mit den Eltern bzw. den sonstigen personensorgeberechtigten Personen der Kinder mit Behinderung einen Gesamtplan mit Zielplanung nach dem 2. Leitfaden zur individuellen Zielplanung im Rahmen des Gesamtplans für Menschen mit Behinderung (SMART) sowie dem Anhang zum Leitfaden. Die Krippen richten sich bei der Förderung des Kindes nach diesem Gesamtplan und den in ihm vereinbarten Zielen.

Informationen insbesondere für Kindertagesstätten

Kindertagesstätten erhalten die Pauschale monatlich nur, wenn sie mit dem Landesamt für Soziales, Jugend und Familie eine Leistungs- und Prüfungsvereinbarung sowie eine Vergütungsvereinbarung abgeschlossen haben.

Die Leistungs- und Prüfungsvereinbarung sowie die Vergütungsvereinbarung können die Kindertagesstätten unter dem o. a. Link als ausfüllbares pdf-Formular herunterladen.

Senden Sie bitte 2 Exemplare der vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Vereinbarung an das

Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Fachgruppe SH, Postfach 100844, 31108 Hildesheim.

Außerdem beantragen Sie bitte zeitgleich eine Ergänzung der Betriebserlaubnis beim regional zuständigen Fachdienst des Niedersächsischen Kultusministeriums, welcher die für die Krippe gültige Betriebserlaubnis erteilt hat.

Bezüglich der Ergänzung der Betriebserlaubnis und der Förderung aus Mitteln der Jugendhilfe wird auf die Homepage des Kultusministeriums www.mk.niedersachsen.de verwiesen. Hier stehen Antragsformulare und weitere Informationen zur Verfügung.
Außerdem wird auf das Merkblatt des Kultusministeriums vom Januar 2013 hingewiesen.

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