Fachtag des Arbeitskreises Sprachheilarbeit im Paritätischen Niedersachsen | Nds. Landesamt für Soziales, Jugend und Familie
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Fachtag des Arbeitskreises Sprachheilarbeit im Paritätischen Niedersachsen

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Zum 2. Fachtag des Arbeitskreises Sprachheilarbeit mit dem Fachberatungsteam Hören und Sprache im Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie (Landessozialamt LS) am 05. März 2013 in Langenhagen fanden sich wieder etwa 60 interessierte Mitarbeiter/Innen aus ganz Niedersachsen ein. Erneut traf man sich im gastfreundlichen Pfarrhaus der Evangelisch-lutherischen Emmaus-Kirchengemeinde.

Nachdem Irmgard Fricke als Vorsitzende des Arbeitskreises die Anwesenden begrüßt hatte, betonte Birgit Eckardt als Abteilungsleiterin des Paritätischen Niedersachsen mit einem Grußwort die gute Arbeit in der niedersächsischen Sprachheilarbeit, vor allem die einheitlichen Standards in den Sprachheileinrichtungen und das gute Zusammenspiel mit dem Fachberatungsdienst des Landes.
In Vertretung für Werner Welp verlas Manfred Flöther (beide Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie - Landessozialamt LS) dessen Grußwort. Dieser hob die gute Zusammenarbeit zwischen der „Freien Wohlfahrt" und dem LS hervor, die 2012 auch zu gemeinsamen Aktionen beim Tag des Sprechens geführt hatte. Bezüglich der Bestrebungen zur Reform der Eingliederungshilfe verwies er auf die gute Praxis eines erfolgreichen Fallmanagements in der niedersächsischen Sprachheilarbeit. Das Grußwort können Sie hier herunterladen.

Es folgte der Hauptvortrag von Prof. Dr. Bernd Ahrbeck (Humboldt-Universität Berlin):
„Der Umgang mit Behinderung. Moderate oder radikale Inklusion?".
Als kritischer Geist in der bundesdeutschen Inklusionsdebatte bekannt, fand
Prof. Ahrbeck auch in Langenhagen deutliche Worte, um die aktuelle Diskussion aus dem Dunstfeld bekenntnisreicher Überzeugungen auf den Teppich von Fakten und sachlichen Erwägungen herunter zu holen. Das Manuskript zum Vortrag finden Sie hier .

Interessant war der Erfahrungsbericht von Gerrit Fehrmann, der als Dipl.-Psychologe des Sprachheilkindergartens Aerzen der Frage nachgegangen war, ob Kinder durch die teilstationäre Sprachheilbehandlung einen Profit für ihre kognitive Entwicklung erhalten können.
Bereits beim ersten Fachtag 2011 gab es im Vortrag von Dr. Dieter Ullrich und Margret Marten Hinweise auf derartige Effekte, die sich immer wieder auch im Rahmen der Arbeit des Fachberatungsdienstes im LS punktuell bestätigten. Gerrit Fehrmann konnte in einer sehr gründlichen und sorgfältigen Auswertung belegen, dass es sich nicht um Einzelerscheinungen, sondern durchaus um statistisch nachweisbare Wirkungen handelt:
bei über 100 Kindern (aus den Besuchsjahren 2008-2013) konnte eine durchschnittliche Steigerung des kognitiven Potenzials um 4,41 IQ-Punkte bzw. eine Verbesserung um 1,54 Prozentränge ermittelt werden. Die Folien des Vortrags finden Sie hier .

Anschließend stellte Sandra Wieter (LS) die Internet-Plattform www.sprakiwiki.niedersachsen.de vor, die das LS eingerichtet hat und die allen Sprachheileinrichtungen in Niedersachsen zum fachlichen Austausch zur Verfügung steht. In ihrem Vortrag wurden der Aufbau der Seite und die Modalitäten für eine Anmeldung vorgestellt. Die Präsentation finden Sie hier .

Abschließend tauschten sich alle Gäste zu aktuellen Fragen rund um die teilstationäre Sprachheilbehandlung aus.
Neben dem brisanten Thema „Inklusion", das auch mit aktuellen Änderungen im Schulrecht sowie den politischen Zielen der neuen Landesregierung neuen Diskussionsstoff erhalten hat, waren es auch ganz praktische Fragen wie die zum Einsatz neuer Formulare für Abschlussberichte oder zur Mitbeurteilung vor einer eventuellen Aufnahme von Kindern in den Sprachheilkindergarten. Manfred Flöther stellte diese in einer kurzen Präsentation ebenso vor wie die aktuellen Zahlen zu Kassenbeteiligungen, der Verweildauer der Kinder in den Sprachheilkindergärten (wie in den Vorjahren wieder bei 17,4 Monaten) und zu den Anschlusseinrichtungen. Auch hier stabilisiert sich der Trend der Vorjahre, dass ca. 50% der Kinder direkt nach der teilstationären Sprachheilbehandlung in den Regelbereich wechseln - weitere ca. 35% finden über die leichten Umwege Schulkindergarten und Sprachheilklasse auch dorthin. Die einzelnen Folien hierzu finden Sie hier .

Irmgard Fricke dankte schließlich allen Vortragenden - vor allem aber auch den guten Geistern des Hauses und der beteiligten Einrichtungen, die wieder ein erfolgreiches Gelingen des Fachtags gewährleistet hatten.


Organisatorin bei der Begrüßung der Gäste  
Irmgard Fricke begrüßt die Gäste zum Fachtag in Langenhagen.
Rednerin spricht Grußworte  
Für den Paritätischen Niedersachsen spricht Birgit Eckardt ein Grußwort.
Zuhörer der Veranstaltung  
Der Saal in Langenhagen war wieder gut gefüllt.
Redner während seines Vortrages  
Prof. Dr. Bernd Ahrbeck referiert provokante Thesen zur Inklusion.
Redner während seines Vortrages  
Gerrit Fehrmann präsentiert interessante Ergebnisse zur Kognitionsentwicklung im Sprachheilkindergarten.
Zuhörer der Veranstaltung  
Interessierte Gäste verfolgen die Vorträge.
Rednerin während ihres Vortrages  
Sandra Wieter führt in die Möglichkeiten des "SpraKiWiki" ein.
Redner während seines Vortrages  
Manfred Flöther stellt aktuelle Aspekte der niedersächsischen Sprachheilarbeit dar.
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