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Fachtagung

Fachtagung "Frühe Hilfen" am 30.11.2009
im Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Außenstelle Oldenburg

Veranstalter:

• Arbeitskreis Weser-Ems der kinder- und jugendärztlichen Dienste in den Gesundheitsämtern
• Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie (Landessozialamt - LS), Fachberatung im landesärztlichen Dienst für Menschen mit Hör- und Sprachstörungen

Ort: Oldenburg, Landessozialamt (Veranstaltungsraum der Versicherung "Öffentliche")

Die 2. gemeinsame Fachtagung des "Arbeitskreises Weser-Ems der kinder- und jugendärztlichen Dienste in den Gesundheitsämtern" und des "Fachberatungsdienstes im landesärztlichen Dienst für Menschen mit Hör- und Sprachstörungen" im Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie (LS) widmete sich in diesem Jahr den Thema "Frühe Hilfen". Gut 60 Personen aus den kommunalen Gesundheitsämtern, dem Landessozialamt, dem medizinischen Dienst der Krankenkassen in Niedersachsen (MDKN), Sprachheilkindergarten, logopädischen Praxen und den Wohlfahrtsverbänden waren gekommen.

Frau Dipl.-med. Gäde als Leiterin des Arbeitskreises und das Fachberatungsteam im landesärztlichen Dienst für Menschen mit Hör- und Sprachstörungen unter Federführung von Manfred Flöther hatten Referentinnen und Referenten mit interessanten Vorträgen zum inhaltlichen Schwerpunkt "Frühe Hilfen" gewinnen können und moderierten die Veranstaltung.

Als Vertreter des Landessozialamtes betonte Herr LRD Werner Welp in seinem Grußwort die besondere Bedeutung präventiver Konzepte und lobte die jahrzehntelange interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Fachkräften in den Gesundheitsämtern mit dem Fachberatungsteams des LS. Diese erfolgreiche Gemeinschaftsveranstaltung habe bereits "Case-Management" betrieben, als dieser Begriff noch nicht modern war. So wertete er die gemeinsame Fachtagung auch als weiteren Baustein in der Qualitätssicherung und -steigerung für diese wichtige Arbeit im Gesundheits- und Sozialwesen und wünschte ihr einen langjährigen Verlauf.

Petra Bremke-Metscher (Jugendamt der Stadt Oldenburg) und Dr. Christine Thiel (Gesundheitsamt der Stadt Oldenburg) stellten ein vernetztes Projekt für frühe Hilfen in der Stadt Oldenburg vor. Mit einem Begrüßungsschreiben des Oberbürgermeisters werden Neugeborene (bzw. deren Eltern) willkommen geheißen, bei einem Hausbesuch durch die Mitarbeiterinnen des Projekts GUSTL (GUter STart ins Leben) erhalten die jungen Familien einen Winter- oder Sommerschlafsack für ihre Babys sowie einen Informationsordner über Angebote für Familien mit Kindern in unterschiedlichen Einrichtungen der Stadt. Eine intensive Vernetzung vieler Fachleute und Einrichtungen findet statt und wird derzeit im Rahmen eines Modellprojektes finanziell unterstützt und wissenschaftlich begleitet. Einbezogen ist auch der angrenzende Landkreis Oldenburg. Die hohe Akzeptanz dieses Angebotes bereits im ersten Jahr des Projektes zeigt, dass ein Informations- und Beratungsbedarf bei jungen Familien besteht und durch attraktive Angebote gedeckt werden kann. Es wurde dabei deutlich, dass eine gute Kooperation auch bei der Erfassung und Betreuung von Problemfällen besteht, ermöglicht durch eine vertrauensvolle Vernetzung der beteiligten Ämter und der anderen eingeschalteten Stellen.
Informationen hierzu finden sich auch im Internet:
http://www.oldenburg.de/stadtol/index.php?id=3513

Renate Köhler stellte in Vertretung für Michaela Behr (beide: Gesundheitsamt des Landkreises Emsland) das "Kindernetz" im Landkreis Emsland vor. Auch hier werden Anstrengungen unternommen, junge Familien mit kleinen Kindern über die Angebote des Landkreises inklusive häuslicher Betreuungen und Beratungen zu informieren und zu unterstützen. Deutlich wurde dabei, dass ein entsprechendes Netzwerk in einem großen Landkreis schwieriger aufzubauen und zu nutzen ist als in einer städtischen Struktur. Gerade für Eltern in ländlicher Umgebung sind bestehende Einrichtungen, Beratungsstellen etc. oftmals wesentlich schwieriger zu erreichen. Frau Köhler konnte allerdings positiv vermerken, dass zwei bislang unbefristete Stellen in diesem Projekt aufgrund der positiven Erfolge in dieser Netzwerkarbeit entfristet werden konnten. Weitere Informationen hierzu:
http://www.kindernetz-emsland.de

In Ergänzung zur Vorjahresveranstaltung stellte Christina Heide (Volkshochschule der Stadt Wilhelmshaven) ein abgestimmtes Konzept zur Ausbildung von Integrationshelferinnen und -helfern vor. Mit dem Ziel einer landesweiten Vereinheitlichung wurden Module entwickelt, deren Inhalte dargestellt und auch kritisch gewürdigt worden. Die Einbindung von Integrationshelfern in schulische Abläufe birgt ebenso Probleme wie die damit oftmals verbundene Stigmatisierung der behinderten Kinder. Um Integration oder sogar Inklusion zu erreichen, bedarf es vielmehr jedoch wesentlicher Veränderungen in der gesamten Gesellschaft. So stellen Integrationshelfer auch aus Sicht von Frau Heide nur eine Übergangslösung dar.

Das Konzept des "Heidelberger Elterntrainings" wurde von Melanie Wölfl und Britta Hilljegerdes (Kinderzentrum Oldenburg - Sozialpädiatrisches Zentrum der Diakonie) vorgestellt. Die beiden Referenten sind zertifizierte Fachleute für dieses Training, welches bereits mit mehreren Studien hinsichtlich seiner Effektivität evaluiert worden ist. Aufbau des Trainings, Inhalte und Ergebnisse wurden von den Tagungsgästen interessiert aufgenommen und kritisch gewürdigt, besonders in die aktuelle Adaption für Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten. Positiv konnte vermerkt werden, dass aufgrund der nachgewiesenen Effektivität sowohl Krankenkassen als auch Sozialämter bereit sind, die Kosten für dieses Training zu übernehmen.

Anselm Bajus (Fachberatung im landesärztlichen Dienst für Menschen mit Hör- und Sprachstörungen beim LS) verdeutlichte in einem humorvollen und aufschlussreichen Referat die "Frühförderung hörgeschädigter Kinder". Er zeigte die Problemlage aus Sicht der Eltern auf, aber auch die positiven Möglichkeiten bei einer frühen Erfassung von Hörschädigungen und entsprechender Versorgung mit "Hörmitteln", also Hilfsmitteln fürs Hören. So können mittlerweile viele hörgeschädigte Kinder (auch mit hochgradigen Hörschädigungen) erfolgreich Regelkindergärten und -schulen besuchen. Es wurde darauf hingewiesen, dass weitere qualitative Verbesserungen durch regionale Netzwerke angestrebt werden.

Im Abschlussplenum bedankten sich Dipl.-med. Astrid Gäde und Manfred Flöther bei den aktiv mit diskutierenden Gästen, vor allem aber bei den Referentinnen und Referenten, die zum größten Teil aus den eigenen Kreisen gewonnen werden konnten. Hohe Fachkompetenz und ein engagiertes Miteinander kennzeichnen die vorgestellten Projekte und schaffen Neugier für Die nächste Jahrestagung.

Werner Welp (LS) eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort  
Werner Welp (LS) eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort
Anselm Bajus (LS) thematisierte die Frühförderung Hörgeschädigter in Niedersachsen  
Anselm Bajus (LS) thematisierte die Frühförderung Hörgeschädigter in Niedersachsen
Über das Heidelberger Elterntraining verschafften Fr. Hilljegerdes und Fr. Wölfl einen Überblick  
Über das Heidelberger Elterntraining verschafften Britta Hilljegerdes und Melanie Wölfl (Kinderzentrum Oldenburg) einen fundierten Überblick
Manfred Flöther führte durch die Vorträge am Nachmittag  
Manfred Flöther führte durch die Vorträge am Nachmittag
Anne Kuhn und Werner Welp (beide LS) unterhalten sich in der Pause  
Anne Kuhn und Werner Welp (beide LS) unterhalten sich in der Pause
Ein aufmerksames Fachpublikum war nach Oldenburg gekommen  
Ein aufmerksames Fachpublikum war nach Oldenburg gekommen
Christina Heide (VHS Wilhelmshaven) stellte ein Ausbildungskonzept für Integrationshelfer/innen vor  
Christina Heide (VHS Wilhelmshaven) stellte ein Ausbildungskonzept für Integrationshelfer/innen vor
Renate Köhler (Gesundheitsamt Landkreis Emsland) referierte über das Kindernetz im Emsland  
Renate Köhler (Gesundheitsamt Landkreis Emsland) referierte über das Kindernetz im Emsland
Petra Bremke-Metscher und Dr. Christine Thiel (Stadt Oldenburg) stellten das Projekt GUSTL vor.  
Petra Bremke-Metscher und Dr. Christine Thiel (Stadt Oldenburg) stellten das Projekt GUSTL im Rahmen des Netzwerkes früher Hilfen in Stadt und Landkreis Oldenburg vor.
Power-Point-Präsentationen begleiteten die Vorträge  
Power-Point-Präsentationen begleiteten die Vorträge
Dipl.-med. Astrid Gäde moderierte am Vormittag  
Dipl.-med. Astrid Gäde moderierte am Vormittag
Dipl-med. Astrid Gäde (GA Wilhelmshaven) und Manfred Flöther (LS) bedankten sich den Teilnehmern  
Dipl-med. Astrid Gäde (Gesundheitsamt Wilhelmshaven) und Manfred Flöther (LS) bedankten sich bei den Referenten und dem engagierten Publikum für eine interessante 2. Jahrestagung
Geteiltes Bild - einmal hält sich das Kind die Ohren zu und auf dem anderen Bild den Mund

© Ade Hughes - Fotolia.com

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